Bundesligatagung in Darmstadt 

Am vergangenen Samstag fand in Darmstadt die Bundesligatagung der Ringer statt. Dabei gab es vor allem im Hinblick auf eine Ausländerbeschränkung viel Spekulationen im Umfeld. 

Zunächst sprach der Präsident des Deutschen Ringerbundes, Helmut Pauli, den Delegierten der Vereine den Dank des DRB aus. Vor allem wären nach dem glanzlosen Abschneiden der Deutschen Ringer in Athen schwerwiegende Mittelkürzungen zu erwarten. Die Bundesliga ist damit aus Paulis Sicht das derzeitige Aushängeschild, aber auch eine der wichtigsten Geldquellen des Ringkampfsportes. 

Licht und Schatten der zu Ende gehenden Saison

In seinen Ausführungen gab es vom Bundesligareferenten Martin Daßler lobende, aber auch kritische Worte. "Im letzten Kalenderjahr gab es viele Negativschlagzeilen, die der Ringkampfsport produzierte; so die Insolvenz des KSV Aalen und die wirtschaftliche Schieflage des VfK Schifferstadt", nannte der aus Nürtingen stammende Daßler die schwerwiegendsten. "Das sind Schatten auf die sonst erfreuliche Situation im Bundesligabereich", sieht er gerade den spannenden Saisonverlauf in der 1. Bundesliga als Signal für einen sportlichen, aber auch wirtschaftlichen Aufwärtstrend. Dabei konnten auch die Sollstärken der 2. Bundesligen von je zehn Mannschaften gehalten werden - ein Umstand, der noch vor einigen Jahren für viel Kopfzerbrechen gesorgt hatte. "Die Bundesliga ist nicht tot, wie so oft herbeigeredet wird, im Gegenteil: Sie lebt wie eigentlich schon lange nicht mehr", kann Martin Daßler die Horrormeldungen über den maroden Zustand des Ringens in Deutschland nicht mehr hören. Auch hat bei der breiten Basis ein Umdenken eingesetzt, "es gibt nur noch wenige Vereine, die sich auf eine finanzielle Gratwanderung begeben", sieht er vor allem bei den Zweitbundesligisten den Weg zur Vernunft beschritten. Kein Verständnis hatte er hingegen für Manipulationen im 'Nichtaufstiegskampf' der 2. Bundesliga Süd. Starke Ausländer nur für Heimkämpfe zu verpflichten bezeichnete der als 'Vizepräsident Bundesligen' wiedergewählte Daßler als unsportlich und wettbewerbsverzerrend gegenüber dem Gegner und dessen Publikum. 

Keine Selbstbeschränkung in der 1. Bundesliga

Nach den Ausführungen des Bundesligareferenten kam es zur Abstimmung in der Selbstbeschränkung des Ausländeranteiles der Bundesligateams. "Der DRB kann hier keine Vorgaben machen, das wäre eine juristische Geisterfahrt", gibt es aus Sicht des Fachverbandes keine Möglichkeiten einer Vorgabe. "Hier muss es eine Einigung der Vereine untereinander geben, an die sich jeder halten muss", unterstützt der DRB dabei jedwede Anregungen. Doch schon am Vorabend wurde bei der Abstimmung der Erstbundesligisten deutlich, dass die meisten Vereine zwar eine Ausländerbeschränkung wollen, es bei weitem dafür jedoch nicht die erforderliche Übereinstimmung aller gibt. Elf 'Dafür-Stimmen' standen sechs ablehnende Vereine gegenüber, so dass es weiterhin keine Beschränkungen in der deutschen Eliteliga geben wird. Allerdings konnte man diesen Umstand in der 1. Bundesliga wohl voraussehen. Nicht aber in der 2. Bundesliga, wo sich nur die Staffel Süd zu einem einheitlichen 'Ja' zur selbst auferlegten Ausländerbeschränkung durchringen konnte. Mit mindestens sieben deutschen Ringern werden die Mannschaften die kommende Meisterschaftsrunde bestreiten. 

Aue stimmt gegen Ausländerbeschränkung

Allerdings fiel diese Entscheidung ohne die Aufsteiger, die an der Bundesligatagung nicht teilgenommen hatten. "Kein Problem, in den meisten Vereinen liegt der Ausländeranteil unter 10 %", war diese Entscheidung für den Vorsitzenden der RG Hausen-Zell keine wirkliche Überraschung. Auf Grund einer Gegenstimme kam in den 2. Bundesligen Ost und West keine Einigung zu Stande. In der Staffel Ost lehnte der FC Erzgebirge Aue eine solche Übereinkunft ab, in der Staffel West war es der TV Aachen-Walheim. 

Ein weiterer Punkt war die Einteilung der Staffeln, die vor allem in der 1. Bundesliga bis zum Abschluss der Vorrunde noch offen ist. "Bis zum kommenden Wochenende muss sich die WKG Halle/Merseburg/Leuna entscheiden, ob sie als Tabellen-Neunter vom freiwilligen Abstiegsrecht gebraucht macht oder auch im kommenden Jahr in der 1. Bundesliga an den Start geht. Unmittelbare Auswirkung hat diese Entscheidung auf den AV Germania Markneukirchen und die WKG Auerbach/Chemnitz. Bleiben die Sachsen-Anhaltiner in Liga 1, rutschen die beiden sächsischen Vertreter in die Südstaffel, steigt die Mannschaft um Trainer Rainer Kamm ab, verbleiben die Vogtländer und Erzgebirger im Norden. Einer weitergehenden Änderung der Staffeln wie von Markneukirchen schon im Vorjahr gefordert, stimmten die Delegierten nicht zu. 

Neues Regelwerk

Auch an ein neues Regelwerk müssen sich die Zuschauer und Fans in der kommenden Meisterschaftsrunde gewöhnen. Gekämpft wird zukünftig fünf mal zwei Minuten, jede Runde wird einzeln gewertet und geht bei einem Punktsieg direkt ins Mannschaftsergebnis ein: 

1.
Schultersieg, kampfloser Sieg, Siege durch Disqualifikation, Über- oder Untergewicht, Aufgabe, Überschreiten der Verletzungszeit 4:0 Punkte
2.

Technischer Überlegenheitssieg: Sieger gewinnt 3 Runden alle durch Abbruch (6 Punkte Vorsprung, 5er-Wertung, zwei 3er-Wertungen), Verlierer gewinnt keine Runde 4:0 Punkte
3.
Punktsieg: Sieger gewinnt 3 Runden, Verlierer gewinnt keine Runde
3:0 Punkte
4.
Punktsieg: Sieger gewinnt 3 Runden, Verlierer gewinnt eine Runde
3:1 Punkte
5.
Punktsieg; Sieger gewinnt 3 Runden, Verlierer gewinnt zwei Runden
3:2 Punkte
6.
Disqualifikation beider Ringer
0:0 Punkte

Termine für die Kampfansetzungen - 2. Bundesliga

Vorrunde 
1. Kampftag Sa, 20.08.2005 
2. Kampftag Sa, 27.08.2005 
3. Kampftag Sa, 03.09.2005 
4. Kampftag Sa, 10.09.2005 
5. Kampftag Sa, 17.09.2005 
6. Kampftag Sa, 24.09.2005 
7. Kampftag Sa, 01.10.2005 
8. Kampftag Sa, 08.10.2005 
9. Kampftag Sa, 15.10.2005 

Rückrunde
10. Kampftag Sa, 22.10.2005 
11. Kampftag Sa, 29.10.2005 
12. Kampftag Sa, 05.11.2005 
13. Kampftag Sa, 12.11.2005 
14. Kampftag Sa, 19.11.2005 
15. Kampftag Sa, 26.11.2005 
16. Kampftag Sa, 03.12.2005 
17. Kampftag Sa, 10.12.2005 
18. Kampftag Sa, 17.12.2005 

Aufstiegsrunden zur Bundesliga / zur 2. Bundesliga 
1. Kampftag Sa, 07.01.2006 
2. Kampftag Sa, 14.01.2006 
3. Kampftag Sa, 21.01.2006 
4. Kampftag Sa, 28.01.2006 
5. Kampftag Sa, 04.02.2006 
6. Kampftag Sa, 11.02.2006 

Termine für die Kampfansetzungen - 1. Bundesliga

Vorrunde 
1. Kampftag Sa, 10.09.2005 
2. Kampftag Sa, 17.09.2005 
27.09. bis 02.10.2005 Weltmeisterschaften LL / GR / Frauen Budapest / HUN 
3. Kampftag Sa, 08.10.2005 
4. Kampftag Sa, 15.10.2005 
5. Kampftag Sa, 22.10.2005 
6. Kampftag Sa, 29.10.2005 
7. Kampftag Mo / Di, 31.10. / 01.11.2005 
8. Kampftag Sa, 05.11.2005 
9. Kampftag Sa, 12.11.2005 

Rückrunde
10. Kampftag Sa, 19.11.2005 
11. Kampftag Sa, 26.11.2005 
12. Kampftag Sa, 03.12.2005 
13. Kampftag Sa, 10.12.2005 
14. Kampftag Sa, 17.12.2005 
15. Kampftag Fr, 30.12.2005 
16. Kampftag Sa, 07.01.2006 
17. Kampftag Sa, 14.01.2006 
18. Kampftag Sa, 21.01.2006 

Endrunde
Viertelfinale V Sa, 28.01.2006 
Viertelfinale R Sa, 04.02.2006 
Halbfinale V Sa, 11.02.2006 
Halbfinale R Sa, 18.02.2006 
Finale V Sa, 25.02.2006 (Fastnachtssamstag Sa, 25.02.2006) 
Finale R Sa, 04.03.2006

Jörg Richter (Sachsenringer), 10.1.2004